Ein Brief von der Telekom, und darin steht, dass Ihr Telefonanschluss umgestellt oder gekündigt wird. Für viele unserer Kundinnen und Kunden ging es genau so los – mit einem Schreiben, das mehr Fragen aufwirft als beantwortet.
Die wichtigste Nachricht vorweg: Sie verlieren Ihr Festnetz nicht. Sie werden weiter telefonieren, mit Ihrem Telefon und unter Ihrer gewohnten Nummer. Was sich ändert, ist der Weg, auf dem das Gespräch zu Ihnen kommt – und was Sie dafür monatlich bezahlen. Genau darum lohnt es sich, in Ruhe zu vergleichen, statt einfach zu unterschreiben.
Auf dieser Seite erklären wir, was hinter der Umstellung steckt, warum Ihr Anschluss nicht bleiben kann, welche Frist für Sie gilt und welche drei Möglichkeiten Sie haben.
Wen die Umstellung betrifft
Betroffen sind Haushalte, die ihren Telekom-Anschluss nur zum Telefonieren nutzen – ohne Internet, ohne Router. Bundesweit sind das noch rund 1,3 Millionen Anschlüsse. In der Fachsprache heißen sie „MSAN-POTS", in der Branche werden diese Kundinnen und Kunden manchmal „Schläfer" genannt, weil sich an ihrem Vertrag jahrelang nichts geändert hat.
Wenn Sie also seit Jahren einfach nur telefonieren und nie Internet gebucht haben, gehören Sie mit einiger Wahrscheinlichkeit dazu. Sicherheit gibt Ihnen das Schreiben selbst – oder ein Anruf bei Ihrem Anbieter.
Die Telekom möchte diese Technik bis Ende 2028 vollständig aus ihrem Netz nehmen. Die Umstellung läuft nach und nach, zuerst dort, wo es ohnehin schon häufiger Störungen gibt.
Warum können Sie Ihren Anschluss nicht einfach behalten?
Das ist die Frage, die sich fast alle Betroffenen als Erstes stellen. Die Antwort steckt in einem Stück Technik, von dem Sie wahrscheinlich noch nie gehört haben.
Ihr Telefonanschluss hängt an einer Kupferleitung, die in einer Vermittlungsstelle oder einem Verteilerkasten der Telekom endet. Dort sitzt eine besondere Baugruppe, die Ihre Festnetzgespräche in das moderne, auf Internet basierende Telefon-Netz einspeist – ohne dass Sie Internet oder einen Router benötigen. Diese Baugruppen wurden vor Jahren nur als Übergangslösung eingebaut, als die Telekom ihr Netz auf Internet-Technik umstellte. Heute sind sie störanfällig, teuer im Unterhalt, und Ersatzteile gibt es kaum noch.
Genau diese Baugruppen baut die Telekom jetzt aus. Und damit fällt die einzige Möglichkeit weg, über Ihre Leitung nur zu telefonieren.
Ihre Leitung selbst bleibt liegen. Nutzen lässt sie sich danach aber nur noch für DSL – und DSL heißt: ein Internetvertrag mit Router, auch wenn Sie das Internet nie benutzen. Einen reinen Telefontarif verkauft die Telekom nämlich seit einiger Zeit nicht mehr; buchbar sind nur noch die größeren Pakete, in denen Internet immer enthalten ist.
Deshalb bietet die Telekom Betroffenen überhaupt eine Funk-Box an: Sie ist die einzige Lösung im eigenen Angebot, mit der man weiterhin nur telefonieren kann, ohne Internet mitzubezahlen.
Übrigens: Das hat nichts mit der großen Kupfernetz-Abschaltung zu tun, über die immer wieder berichtet wird. Die beginnt frühestens 2030 und zieht sich danach über viele Jahre. Mehr dazu in unserem Artikel: Wird das Festnetz abgeschaltet? ►.
Was passiert, wenn Sie nicht reagieren?
Die Telekom schreibt Betroffene mehrfach an. Wer darauf nicht antwortet, wird zusätzlich angerufen. Ausnahmen sind nicht vorgesehen – und wer über längere Zeit gar nicht reagiert, riskiert am Ende, dass der Anschluss gekündigt wird.
Ignorieren ist also keine Lösung. Aber Eile im Sinne von „schnell unterschreiben" ist auch keine: Sie haben Zeit zu vergleichen, und Sie müssen das Angebot der Telekom nicht annehmen.
Einen bundesweiten Stichtag gibt es nicht. Ihre persönliche Frist steht in Ihrem Schreiben – schauen Sie dort auf das Datum, nicht in den Kalender.
Ihre drei Möglichkeiten
1. Die Funk-Box der Telekom
Eine kleine Box kommt in die Steckdose, Ihr Telefon wird angeschlossen, die Rufnummer bleibt. Telefoniert wird über das Mobilfunknetz, ein Internetanschluss ist nicht nötig. Je nach Tarif kostet das rund 27 bis 36 Euro im Monat, die Box zusätzlich als Miete oder einmalig zum Kauf.
Damit stehen wir nicht allein: Das Vergleichsportal Verivox bewertet das Box-Angebot der Telekom gegenüber der Nachrichtenagentur dpa als „nicht marktgerecht, das geht deutlich günstiger".
2. Ein DSL- oder Glasfaseranschluss
Wenn bei Ihnen der Funkempfang nicht ausreicht, bleibt bei der Telekom nur dieser Weg – mit Internet, das Sie vielleicht gar nicht brauchen. Der kleinste DSL-Tarif kostet mit Router rund 47 Euro im Monat, also etwa 560 Euro im Jahr. Bei Glasfaser wird es noch etwas mehr. Für viele Betroffene verdoppelt sich damit der bisherige Preis ungefähr.
3. Ein anderer Anbieter mit derselben Technik
Die Funk-Lösung ist keine Erfindung der Telekom. Genau so arbeiten wir bei RufDirekt seit Jahren, um für Betroffene eine Alternative zum teuren Internetanschluss zu bieten: Box in die Steckdose, Ihr gewohntes Telefon anschließen, telefonieren – ohne Internet, ohne Router, ohne Techniker. Die Flatrate ins deutsche Festnetz kostet bei uns 9,95 Euro im Monat.
Was die einzelnen Tarife im Vergleich kosten, haben wir hier gegenübergestellt: Telekom-Preiserhöhung und Umstellung – die Tarife im Vergleich ►.
Was Sie vor dem Wechsel klären sollten
Damit Sie keine böse Überraschung erleben, drei Punkte, die bei jeder Funk-Lösung gelten – bei der Telekom genauso wie bei uns:
- Hausnotruf, Alarmanlage oder ähnliche Geräte funktionieren nach einer Umstellung nicht automatisch weiter. Fragen Sie das bitte vorher direkt bei Ihrem Notrufanbieter nach – nur er kann Ihnen verbindlich sagen, ob sein Gerät weiterläuft. Mehr dazu: Häufige Fragen zum Hausnotruf ►.
- Sehr alte Telefone mit Wählscheibe lassen sich an einer Funk-Box nicht mehr betreiben. Ein normales Tasten- oder Schnurlostelefon funktioniert dagegen problemlos.
- Bei Stromausfall ist die Box ohne Funktion, weil sie Strom braucht. Das gilt allerdings ebenso für jeden modernen Internet-Telefonanschluss. Mehr dazu: Telefonieren bei Stromausfall ►.
Ihr Sonderkündigungsrecht
Wenn Ihr Anbieter die Vertragsbedingungen ändert, dürfen Sie kündigen – auch dann, wenn die reguläre Laufzeit noch nicht abgelaufen ist. Die Frist beträgt drei Monate ab dem Erhalt des Schreibens.
So gehen Sie vor:
- Suchen Sie das Schreiben heraus und schauen Sie auf das Datum. Ab diesem Tag läuft Ihre Frist.
- Kündigen Sie schriftlich, am besten per Einschreiben mit Rückschein. So haben Sie einen Nachweis in der Hand.
- Lassen Sie sich nicht drängen. Weder am Telefon noch an der Haustür müssen Sie sofort zusagen.
Planen Sie genug Zeit ein
Ein Anbieterwechsel mit Mitnahme Ihrer Rufnummer dauert erfahrungsgemäß vier bis sechs Wochen. Wenn in Ihrem Schreiben ein Datum steht, rechnen Sie also rückwärts und beginnen Sie rechtzeitig – nicht in der letzten Woche.
Bei uns läuft der Wechsel so ab: Sie wählen einen Tarif, Box und SIM-Karte kommen per Post, Sie legen die Karte einmal ein und schließen Ihr Telefon an. Kein Techniker, kein Termin, kein Warten auf einen Monteur. Die Mitnahme Ihrer Rufnummer übernehmen wir für Sie.
Kurz zusammengefasst
- Betroffen sind rund 1,3 Millionen reine Telefonanschlüsse ohne Internet.
- Die Telekom baut die Technik dahinter bis Ende 2028 ab – Ihr Anschluss in dieser Form endet.
- Ihre Leitung bleibt, nutzbar ist sie danach aber nur noch mit einem Internetvertrag.
- Sie haben drei Wege: die Funk-Box der Telekom, DSL beziehungsweise Glasfaser, oder einen anderen Anbieter mit derselben Funk-Technik.
- Ihre Frist steht in Ihrem Schreiben. Das Sonderkündigungsrecht gilt drei Monate ab Erhalt.
- Klären Sie Hausnotruf und Alarmanlage vorher mit Ihrem Notrufanbieter ab.
Sie müssen sich das nicht allein zusammensuchen. Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie uns an – wir schauen mit Ihnen gemeinsam, was in Ihrem Fall sinnvoll ist, ganz ohne Verkaufsdruck: 06821 / 920 62 71, Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr.
Oder sehen Sie sich in Ruhe an, wie einfach Festnetz ohne Internet heute funktioniert: Unsere Tarife ab 9,95 € ►.



