Ein Sturz im Flur. Ein Schwindelanfall in der Nacht. In solchen Momenten zählt eine einzige Frage: Wie rufe ich jetzt Hilfe? Genau dafür gibt es den Hausnotruf – ein Knopf am Handgelenk oder an einer Kette, der Hilfe holt, auch wenn Sie nicht mehr ans Telefon kommen.

Nur: Welches System ist das richtige? Was kostet es, und was zahlt die Pflegekasse dazu? Auf dieser Seite erklären wir das in Ruhe und ohne Fachchinesisch.

Und weil wir selbst Telefonanschlüsse anbieten, sagen wir Ihnen gleich zu Beginn etwas, das Sie sonst vielleicht erst nach dem Wechsel erfahren würden: Ein klassisches Festnetz-Notrufgerät funktioniert über unsere Telefonbox nicht. Warum das so ist und was Sie stattdessen tun können, steht weiter unten – ehrlich und vollständig.

Was ein Hausnotruf eigentlich ist

Ein Hausnotruf besteht meist aus zwei Teilen: einem kleinen Sender, den Sie als Armband oder Kette tragen, und einer Basisstation in der Wohnung. Drücken Sie den Knopf, baut das Gerät selbstständig eine Verbindung auf – zu einer Notrufzentrale, zu Angehörigen oder zu beiden.

In der Zentrale sitzt rund um die Uhr jemand, der Sie über den Lautsprecher der Basisstation ansprechen kann. Wer sich nicht meldet, bekommt Hilfe geschickt. Der Sinn dahinter: Sie müssen nicht mehr zum Telefon gelangen, um Hilfe zu bekommen.

Welche Systeme es gibt

1. Der klassische Hausnotruf über den Telefonanschluss

Die Basisstation wird an die Telefondose angeschlossen und wählt im Notfall die Zentrale an. Das ist die verbreitetste Form, und sie ist seit Jahrzehnten erprobt.

Dafür spricht: rund um die Uhr besetzt, geschultes Personal entscheidet über die nötige Hilfe, die Pflegekasse beteiligt sich an den Kosten.

Das sollten Sie wissen: Das Gerät hängt an Ihrem Telefonanschluss – und ist damit von dessen Technik abhängig. Ändert sich am Anschluss etwas, kann das Gerät betroffen sein. Die Reichweite des Notrufknopfes endet außerdem etwa an der Wohnungstür.

Anbieter sind unter anderem Deutsches Rotes Kreuz, Malteser, Johanniter, Arbeiter-Samariter-Bund und Caritas, dazu private Firmen.

2. Das mobilfunkbasierte Notrufgerät

Immer mehr Anbieter stellen ihre Kunden auf Geräte um, die eine eigene SIM-Karte enthalten und über das Mobilfunknetz alarmieren. Manche sind für die Wohnung gedacht, andere sind Uhren oder kleine Sender für unterwegs, oft mit Ortungsfunktion.

Dafür spricht: Das Gerät braucht keinen Telefonanschluss – es funkt auf eigenem Weg. Bei den mobilen Varianten hilft der Knopf auch im Garten oder beim Einkaufen.

Das sollten Sie wissen: Die Geräte kosten meist etwas mehr, müssen regelmäßig geladen werden, und es muss an Ihrem Wohnort ausreichend Mobilfunkempfang geben. Ob das bei Ihnen der Fall ist, prüft Ihr Notrufanbieter.

3. Das Telefon in Reichweite

Nicht jeder braucht ein Notrufsystem. Viele fühlen sich sicher, wenn das Telefon zuverlässig funktioniert und Familie oder Nachbarn schnell erreichbar sind – besonders, wenn jemand mit im Haus wohnt.

Dafür spricht: keine zusätzlichen Kosten, kein weiteres Gerät, vertraute Bedienung.

Das sollten Sie wissen: Sie müssen zum Telefon gelangen und es bedienen können. Nach einem Sturz wird niemand automatisch alarmiert. Wer allein lebt und schon einmal gestürzt ist, fährt mit einem echten Notrufsystem sicherer.

Was ein Hausnotruf kostet

Die Preise unterscheiden sich je nach Anbieter, Region und Ausstattung. Als Orientierung (Stand Sommer 2026):

LeistungMonatlichEinmalig
Basispaket (Gerät, Notrufzentrale)rund 23–27 €oft eine Anschlussgebühr um 50 €
Paket mit Zusatzleistungen (etwa Schlüsselhinterlegung, Sturzsensor)rund 30–65 €je nach Anbieter
Mobiles Notrufgerät für unterwegsmeist 30–60 €Gerät teils zusätzlich

Holen Sie sich zwei oder drei Angebote ein, bevor Sie unterschreiben. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind größer, als man denkt – und ein Paket mit Zusatzleistungen brauchen längst nicht alle.

Der Zuschuss der Pflegekasse

Der Hausnotruf zählt zu den technischen Pflegehilfsmitteln nach § 40 SGB XI. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, übernimmt die Pflegekasse auf Antrag einen festen Betrag:

  • 27,00 Euro im Monat – dieser Satz gilt seit dem 1. April 2026, davor waren es 25,50 Euro.
  • Dazu einmalig 10,49 Euro für die Installation.

Damit ist ein Basispaket bei vielen Anbietern nahezu abgedeckt. Die Voraussetzungen sind allerdings enger, als oft zu lesen ist. Erfüllt sein muss in der Regel alles davon:

  • Es liegt ein Pflegegrad vor (Pflegegrad 1 genügt).
  • Sie leben überwiegend allein – oder mit jemandem zusammen, der im Notfall selbst keine Hilfe holen kann.
  • Ihr Gesundheitszustand ist so, dass jederzeit eine Notlage eintreten kann.
  • Sie sind nicht in der Lage, mit einem normalen Telefon selbst Hilfe zu rufen.

Ob das in Ihrem Fall zutrifft, entscheidet Ihre Pflegekasse. Ein Anruf dort lohnt sich, bevor Sie einen Vertrag abschließen – und viele Notrufanbieter helfen beim Antrag.

Hausnotruf und RufDirekt – was Sie wissen müssen

Jetzt der Teil, den wir am liebsten anders schreiben würden.

Ein klassisches Festnetz-Hausnotrufgerät funktioniert über unsere Telefonbox nicht. Das ist keine Vermutung von uns – unser Netzpartner sagt es genauso deutlich: Hausnotruf wird über diesen Anschluss offiziell nicht unterstützt. Der Stecker mag passen, denn die Box hat einen Anschluss für Ihr gewohntes Telefon. Aber ein Notrufgerät tut mehr als telefonieren, und darauf ist ein Anschluss über das Mobilfunknetz nicht ausgelegt. Wir könnten das schön formulieren – aber bei einem Notrufgerät wäre das die falsche Stelle für schöne Formulierungen. Deshalb sagen wir es klar, lieber vorher als hinterher.

Das Gleiche gilt übrigens nicht nur für uns: Auch die Funk-Box, die die Telekom ihren umgestellten Kunden anbietet, ist eine Mobilfunklösung. Wer von einem klassischen Telefonanschluss auf Funk wechselt – bei welchem Anbieter auch immer –, muss sein Notrufgerät mitdenken. Mehr zu dieser Umstellung: Die Telekom stellt Ihren Telefonanschluss um ►.

Was funktioniert: die mobilfunkbasierten Notrufgeräte aus Abschnitt 2. Sie arbeiten mit eigener SIM-Karte und sind von Ihrem Telefonanschluss unabhängig – es ist ihnen also gleich, wer Ihr Telefon liefert. Viele Anbieter haben solche Geräte längst im Programm und stellen ihre Kunden nach und nach darauf um.

So gehen Sie am besten vor, wenn Sie ein Notrufgerät haben und den Telefonanbieter wechseln möchten:

  • Zuerst rufen Sie Ihren Notrufanbieter an – noch bevor Sie irgendetwas bestellen oder kündigen. Fragen Sie: „Ich stelle meinen Telefonanschluss auf eine Funklösung ohne Festnetzleitung um. Was bedeutet das für mein Gerät, und welches Gerät brauche ich dann?"
  • Dann klären Sie, ob ein Austauschgerät etwas kostet und wie lange die Umstellung dauert.
  • Erst danach planen Sie den Wechsel des Telefonanschlusses. Ein Anbieterwechsel mit Rufnummernmitnahme dauert ohnehin vier bis sechs Wochen – Zeit genug, beides in der richtigen Reihenfolge zu erledigen.

Nur Ihr Notrufanbieter kann Ihnen verbindlich sagen, was sein Gerät kann und was nicht. Er kennt es am genauesten, und bei einem Notruf zählt jede Sekunde – da wollen wir nichts versprechen, was wir nicht garantieren können. Häufige Fragen zum Hausnotruf ►

Warum ein zuverlässiger Telefonanschluss trotzdem zählt

Auch mit Notrufgerät bleibt das Telefon Ihre wichtigste Verbindung nach draußen: zur Familie, zum Hausarzt, zur Apotheke.

Bei einem modernen Anschluss läuft das Telefon über das Internet. Fällt der Router aus oder ist die Leitung gestört, ist auch das Telefon still. Unser Anschluss geht einen anderen Weg – er funkt über das Mobilfunknetz, ganz ohne Internet und Router. Sie telefonieren mit Ihrem gewohnten Telefon und Ihrer gewohnten Nummer, für 9,95 Euro im Monat ins deutsche Festnetz.

Wie ein solcher Anschluss im Alltag aussieht und worauf ältere Menschen dabei achten sollten, haben wir hier zusammengestellt: Festnetz für Senioren ►

Ehrlich bleibt dabei auch: Bei Stromausfall funktioniert unsere Box nicht, weil sie Strom braucht. Das gilt allerdings genauso für jeden Internet-Telefonanschluss und für die Funk-Box der Telekom. Mehr dazu: Telefonieren bei Stromausfall ►

Kurz zusammengefasst

  • Ein Hausnotruf holt Hilfe, wenn Sie nicht mehr ans Telefon kommen – für Menschen, die allein leben, ist das ein echter Gewinn an Sicherheit.
  • Es gibt zwei Bauarten: über den Telefonanschluss (klassisch) und über eine eigene SIM-Karte (mobilfunkbasiert).
  • Ein Basispaket kostet rund 23 bis 27 Euro im Monat. Die Pflegekasse zahlt bei Pflegegrad und den weiteren Voraussetzungen 27,00 Euro monatlich dazu, plus 10,49 Euro einmalig.
  • An unserer Telefonbox läuft ein klassisches Festnetz-Notrufgerät nicht. Mobilfunkbasierte Geräte sind vom Telefonanschluss unabhängig.
  • Wenn Sie wechseln möchten: erst mit dem Notrufanbieter sprechen, dann den Anschluss umstellen. Nicht umgekehrt.

Wenn Sie unsicher sind, ob und wie beides zusammenpasst, rufen Sie uns an. Wir sagen Ihnen offen, was geht und was nicht – und wenn ein Wechsel in Ihrer Situation keine gute Idee ist, sagen wir Ihnen auch das: 06821 / 920 62 71, Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr.

Oder sehen Sie sich in Ruhe an, wie Festnetz ohne Internet heute funktioniert: Unsere Tarife ab 9,95 € ►